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The Price We Pay (Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-14 06:00:27 · Weitere Artikel dieses Blogs

Der Raub eines Pfandleihhauses geht schief, einer der Diebe wird angeschossen und eine weibliche Zeugin wird spontan als Geisel genommen. Während Cody (Stephen Dorff) ruhig bleibt und sich verstecken will, bis die Situation sich etwas beruhigt hat, ist Alex (Emile Hirsch) eine tickende Zeitbombe. Er will ihren Auftraggeber noch nicht kontaktieren, will dass Cody seinem verletzten Bruder hilft und die Geisel gehört sowieso erschossen.Sie trägt den Namen Grace (Gigi Zumbado) und auch sie bewahrt die Ruhe, hält sich an Anweisungen und sucht weg von Alex die Nähe von Cody, um am Leben zu bleiben. Als das Auto wegen Überhitzungen nicht mehr weiterfährt, verstecken sie sich in den Räumlichkeiten rund um ein abgelegenes Bauernhaus. Nachdem sich Alex auf eine Erkundungstour gemacht hat, entdeckt er jedoch etwas, was die Bedrohung durch die sie verfolgende Polizei, weit in den Schatten stelltDer Japaner Ryûhei Kitamura ist kein Vielfilmer, lässt sich meistens zwei, drei Jahre Zeit, bevor er sein nächstes Projekt angeht. Dabei führt er meist bei Horror–Projekten (No One Lives) oder zuletzt Action–Storys (The Doorman) Regie. Nun ist er zurück mit einem Film, der zunächst wie ein typischer Thriller wirkt – Gangster plus Geisel auf der Flucht – und sich dann immer mehr zum blutigen Horror–Abenteuer entwickelt. Warum die Geschichte hier funktioniert, ist völlig einfach erklärt, die wichtigsten Figuren sind dir nicht egal. Liegt sicherlich auch daran, dass Emile Hirsch und Stephen Dorff auch als Produzenten beteiligt sind, die zwei sind dann auch richtig bei der Sache. Vor allem Hirsch ist ein Wahnsinn. Zuletzt habe ich ihn als Bösewicht in Dig or Die gesehen, der war bewusst overacted angelegt. Was er als Alex macht, ist um einiges unheimlicher.Er ist eine tickende, mörderische Zeitbombe, der Wörter wie Reue nicht in seinem Wortschatz hat. Ein sadistischer, ekelhafter Mistkerl und genau deshalb ist es eine Freude, ihn zu beobachten. Stephen Dorff (Leatherface) als Cody ist viel geerdeter und wirkt konzentriert, er ist im Kern ein guter Kerl, der sich damit abgefunden hat, auf dem falschen Weg unterwegs zu sein. Damit komme ich zu unserer Identifikationsfigur und die ist mit Gigi Zumbado (Tone Deaf) als Grace richtig stark besetzt.Grace wirkt einfach clever, sie ist zwar ständig von Menschen umgeben, die sie früher oder später umbringen werden, sie gerät aber nie in Panik bzw. trifft keine dummen Entscheidungen, sondern überlegt immer zuerst was sie wann zum wem sagen soll, um das Ganze hier heil zu überstehen. Dieses Schauspieltrio hat mich als Zuschauer hier völlig involviert. Darum fühlt sich die Gewalt–Explosion im letzten Drittel, auch so schwindelerregend an, weil man eben mitten drinnen ist.Dabei wird man die "Over the Top"–Momente sicherlich nicht ohne Kopfschütteln und ungläubiges Grinsen überstehen, aber wow, als Fan des Genres fesselt das einfach und ja, das ist unangenehm, spannend und unterhaltsam zugleich. Die Effekte sind fast ausschließlich handgemacht, was unterstützt von der Optik dieses gewisse Roadmovie–Grindhouse Gefühl erzeugt. Wie man sicherlich schon herauslesen konnte ist dies ein ziemlicher Tripfilm, bei dem man nicht nach Substanz suchen sollte.Kurzer Einschub: Kennt ihr das noch, als Hollywood zeitgleich zwei Filme mit ähnlichem/gleichem Thema gemacht hat, wie etwa White House Down und Olympus Has Fallen? Hier ist das auch der Fall, denn Play Dead ist von dem verpatzten Überfall am Anfang bis zu den Motiven und Handlungen des Bösewichts, ähnlich angelegt. Die Figuren sind dort jedoch schwächer und die Gewalt ist weit weniger im Vordergrund, als man erwartet hätte. Nur zur Info, damit endet mein Vergleich.Wie macht man schlechte Menschen zu Figuren, denen man zujubelt? Richtig, indem man ihnen noch größere Monster gegenüberstellt. Wie erfreut Kitamura n

Masters Of The Universe: Revelation (Serienkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-11 05:00:38 · Weitere Artikel dieses Blogs

Es ist wieder soweit: Skeletor (Mark Hamill) greift Castle Grayskull an und will es erobern. Zumindest wirkt es auf den ersten Blick so. Tatsächlich ist er nicht hinter der Burg her, sondern hinter dem, was sich darin verbirgt. Die Quelle der Macht über das Universum. Und die Eroberung von Grayskull ist tatsächlich nicht notwendig. Zum Glück kommt He–Man (Chris Wood) gerade noch rechtzeitig, um das zu verhindern. Oder zumindest könnte man das meinen. Denn obwohl er eigentlich gerade als sein Alter Ego bzw. sein wahres Ich Adam (Chris Wood) bei der Feierlichkeit seiner besten Freundin Teela (Sarah Michelle Gellar) zugegen ist, werden er und die königliche Garde in die Schlacht gerufen.Und dann passiert das Unfassbare: He–Man und Skeletor töten sich gegenseitig in einer magischen Explosion, die auch als Konsequenz hat, dass Teela entdeckt, wer hinter He–Man steckt und alle Magie langsam aus Eternia versickert.Und das hat weitreichende Konsequenzen Es tut mir wirklich leid, ein Review zu einer Serie, die ich in den 80iger geliebt habe, mit Worten über "Woke" und "Backlash" zu beginnen, aber die "Fans" und das liebe "Internet" zwingen mich quasi dazu. Ein bisschen Vorinfo ist dennoch angebracht: "Revelation" ist kein Reboot der alten Serie, sondern eine Fortführung. Die Geschichte geht quasi weiter von früher (so diese jemals wirklich geendet hat) und alle Charaktere sind nach wie vor die Charaktere, die sie damals waren. Das ist mal das eine. Die andere Sache ist, dass der Drehbuchschreiber niemand anders ist als Kevin Smith. Viele von euch kennen ihn vermutlich als "Silent Bob" und als Regisseur und Drehbuchautor von "Clerks" und anderen Filmen, ja, aber was Kevin Smith in erster Linie ist: Ein Fan. Ein Fan von ganz vielen (Comic–)Dingen und das merkt man in vielen Interviews mit dem guten Mann auch ganz klar. Jetzt zu dem Backlash: Nachdem ich die Serie gesehen habe, kann ich ein paar Kritikpunkte der Fans durchaus nachvollziehen, denn was Kevin Smith hier macht – aus Drehbuch–Sicht – ist mutig. Aus anderer Perspektive vielleicht auch dumm, aber auf jeden Fall mutig. Und wären wir nicht im Jahr 2023, dann würde es auch viel weniger Wind um die Sache geben, denn was "Revelation" in erster Linie macht, ist Innovation. Und zwar in dem Sinne, dass es eine Geschichte erzählt, die in diesem Universum nicht schon tausend Mal erzählt wurde, zumindest könnte ich mich nicht daran erinnern.So ist es in meinen Augen zB ziemlich mutig die Handlung in den Folgen 2 bis 4 fast ausschließlich auf Teela zu verlegen (von ein paar minimalen Rückblenden abgesehen). Dass es da einen "kleinen" S***storm gab, war zu erwarten. "Woke" wurde gerufen. "Franchise–Killer". Und was weiß ich noch alles. Und ja, ich gestehe, dass man das so sehen kann. Ja, die Show ist, wenn man die "Kriterien für Wokeness" heranzieht, sicher "woke–light", zumal man klar eine Frau in den Vordergrund stellt und ihr neuer Sidekick schwarz ist. Da kann man also, wenn man es darauf anlegt, gut und gerne gleich losschimpfen. Dazu kommt, dass die Beziehung zwischen Skeletor und Evil–Lyn auch eine ist, in welcher der männliche Part (ist Skeletor ein Mann?) klar missbräuchlich ist und ein klarer und wichtiger Handlungsstrang von der zweiten Hälfte (Folgen 5 bis 10) ist (mehr oder weniger) Evil–Lyns Emanzipation aus dieser missbräuchlichen Beziehung. Ich kann also absolut nachvollziehen, warum alte Fans hier einfach das Gefühl haben, es würde eine "modernisierte" Version von "He–Man" sehen. "Modernisiert" heißt ja mittlerweile nichts anderes als "alle Nationalitäten, Geschlechtsidentifkationsmöglichkeiten und sexuelle Präferenzen" sind inkludiert und repräsentiert. Was anderes heißt es ja nicht. Und offen gesprochen st&#24

The Old Way (Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-09 06:00:42 · Weitere Artikel dieses Blogs

Früher war Colton Briggs (Nicolas Cage) ein gefürchteter Revolverheld. Diese Tage hat er jedoch schon einige Zeit hinter sich gelassen und das nur aus einem Grund, weil er sich zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben, unsterblich verliebt hat. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ruth (Kerry Knuppe) und der gemeinsamen Tochter Brooke (Ryan Kiera Armstrong), lebt er auf einer Farm und verdient ehrliches Geld mit seinem Geschäft.Zumindest bis vier Gangster auftauchen, seine Frau töten und ihm eine unmissverständliche Botschaft hinterlassen, dass dies noch nicht das Ende ist. Daraufhin verbrennt er sein zu Hause und bricht zusammen mit seiner Tochter auf, um die Verbrecher zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei lernt er nicht nur seine Tochter besser kennen, sondern bringt ihr auch Dinge bei, die ihre Überlebenschancen deutlich verbessern könnten.Ich schätze Nicolas Cage ja sehr und besonders zuletzt in Willy´s Wonderland und natürlich Massive Talent, hat er sich tolle Filme ausgesucht und großartige Performances abgeliefert. Zuvor gab es eine Phase, wo er wegen Schulden in vielen Produktionen mitgespielt hat, die eher mittelmäßig waren (etwa Jiu Jitsu oder Primal), wobei er darin immer zu den besten Dingen zählte. Nun ist er aktuell erstmals in einem Western zu sehen, unter der Regie von Brett Donowho (Acts of Violence).Leider ist dieser erste Ausflug in dieses Genre ein Film der zweiten Kategorie geworden, die ich oben genannt habe. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht auch positive Seiten gibt, ich fange aber mal mit dem an, was weniger gut funktioniert. Als Western verglichen mit anderen Produktionen, ist dieser sicherlich auch wegen dem geringen Budget, hundert prozentig beliebig. Weder bei den Kameraeinstellungen noch bei den Schusswechseln hat man versucht, irgendetwas ikonisches zu schaffen bzw. zu kopieren.Zusätzlich schafft es die Regie – nach dem sich seltsam anfühlenden und etwas langweiligen Beginn – nicht den nötigen Zug aufzubauen. Das hängt mit einer anderen Sache zusammen, die dann wiederum aus anderen Gründen gut funktioniert. Colton ist ja ein Mann, der abgesehen von der Liebe zu seiner und Angst um seine Frau, zu keinerlei Gefühlen fähig ist. Seiner Tochter scheint er diesen "Zustand" vererbt zu haben. Was glaubt ihr wohl, sind diese beiden sympathisch bzw. hat man Angst um sie?Richtig, hat man nicht, weswegen so etwas wie Spannung, kaum aufkommt. Dafür erinnert ihre Beziehung in den besten Momenten beinahe an Szenen aus Kick–Ass, wo Cage als Big Daddy seiner Tochter Hit–Girl Dinge über das Leben beibringt. Zu sehen wie sie sich hier entwickelt und dazwischen versucht "normal" zu agieren, gehört zu den witzigsten Teilen im gesamten Film. Das ist stimmig und involviert, im Vergleich zu der teilweise zu idyllischen Musik in ruhigen Momenten, die eher irritiert.Ein wenig Frieden, dann die dahinplätschernde Jagd nach den Tätern und am Ende ein sehr kurzer Showdown. Genau hier rettet die Vater/Tochter Dynamik den Erzählfluss, der sonst schwer ins Straucheln gerät. Auf die Darsteller kann man sich dafür verlassen. Cage selbst liefert eine für ihn sehr geerdete Performance ab, seine Wut ist fast ausschließlich unter Kontrolle und die Szene, als er seiner Tochter beim Lagerfeuer erzählt, wie er ihre Mutter kennengelernt hat, ist richtig stark.Ryan Kiera Armstrong (The Tomorrow War) als seine Tochter hat mir auch sehr gut gefallen, von gefühlskalt bis emotional durchlebt sie einige Regungen und vor allem bei gespielten Gefühlen vs den "echten" sieht man dann, dass sie klar schauspielerisches Talent hat. Warum ich das erwähne ist weil es vor kurzem eine Kontroverse um sie gab, weil sie als erst zwölfjährige für ihre Rolle in "Firestarter" als schlechteste Darstellerin nominiert wurde. Mittlerweile wurde diese Nominierung jedoch wieder zurückgezogen und da

Star Wars: Obi–Wan Kenobi (Serienkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-07 05:00:21 · Weitere Artikel dieses Blogs

Obi–Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist auf Tattoine und wacht über Luke Skywalker, der bei Verwandten untergebracht wurde. Zehn Jahre lang hält er seine schützende Hand über ihn und versucht dabei unentdeckt zu bleiben, denn Order 66, welcher den Tod für (fast) alle Jedi bedeutete, ist noch immer aufrecht. Und nicht nur das: Das Imperium hat nachgerüstet und eine Inquisition gegründet, welche die Aufgabe hat, das Universum nach überlebenden Jedi zu durchkämmen (der Wortwitz musste sein). Als aber der Ziehvater von Leia Organa plötzlich bei ihm auftaucht und ihm offenbart, dass Leia entführt wurde, da packt ihn nochmals sein Pflichtbewusstsein und er macht sich auf die Suche nach ihr. Aber wie könnte es anders sein? Es ist eine Falle. Den ohne Obi–Wans Wissen hat Anakin Skywalker überlebt und sich in Darth Vader verwandelt. Dessen oberste Direktive lautet: Findet Obi–Wan.Ich habe mit Star Wars schon vor langer Zeit abgeschlossen. Ganz ehrlich. Das war schon vor "The Last Jedi" und die Serien, die aktuell so rumgeistern – so gut sie sein mögen – lassen mich absolut kalt. Sei es "The Mandalorian" oder "The Book Of Boba Fett" oder "Andor" (wobei mich das fast reizen würde ), juckt mich nicht wirklich.Aber wenn es eine Figur gibt, welche für mich aus den Prequels ohne Schaden rausgekommen ist, so ist es die Interpretation von Ewan McGregors Obi–Wan Kenobi. Das liegt natürlich daran, dass ich Ewan McGregor einfach als Schauspieler mag. Das heißt also, ich habe mich nach langem hin und her dazu hinreißen lassen, mir endlich mal die Obi–Wan Kenobi–Serie anzusehen und ich muss sagen, ganz ehrlich: Sie ist okay. Nicht großartig, aber in Summe auch nicht schlimm. Sicher, es ist halt schon auffällig, wie ewig man auf der gleichen Familie sprichwörtlich herumreiten kann (Skywalker, für jene, die sich wundern), aber damit rechnet man ja fast schon. Und entgegen meiner Erwartung war die kleine Leia (gespielt von Vivian Lyra Blair) tatsächlich ein sympathisches Mädchen mit Grips und nicht nervig.Auch die anderen zurückkehrenden Schauspieler:innen machen ihre Sache gut. Ja, ich spreche vom Vaders Stimme James Earl Jones. Immer noch Gänsehaut. Was weniger gut funktioniert für mich, ist die Art und Weise wie Darth Vader hier portraitiert wird. Damit meine ich nicht das Schauspiel von Hayden Christensen, das ist solide und passt gut, auch wenn man bei der Rückblende in die Akademie der Jedis die digitale Verjüngung ziemlich merkt bzw. hab ich mich ein paar Mal gefragt, ob sie ihn überhaupt verjüngt oder einfach über seine Falten gemalt haben. Aber gut – man drückt ja bei solchen Dinge ein Auge zu.Kein Auge zudrücken werde ich allerdings bei all den kleinen Fehlern, die man mit ein bisschen Drehbuchpolitur locker wegmachen hätte können. Das beginnt bei der völlig unnötigen Inklusion von Luke Skywalker in der letzten Folge (wie aufgesetzt ist denn bitte der Weg dahin?), geht über die Tatsache, dass scheinbar niemand mehr daran stirbt, wenn er/sie von einem Laserschwert aufgespießt wird (Qui–Gonn wird sauer sein, wenn er das rausfindet) und hört nicht damit auf, dass das Drehbuch halt immer wieder Deus–Ex–Machina–Momente hat, die einfach an den Haaren herbeigezogen wirken.Ja, es gibt coole Szenen, ja, zwischendurch (nach den ersten beiden Folgen) wird die Sache sogar spannend, aber die letzte Folge vergeigt dann meiner Ansicht nach viel, wenn nicht alles. Sorry, es folgt ein mächtiger Spoiler. Oder auch nicht, weil man ja genau weiß, wie die Sache laufen muss, denn in Episode 4 treffen die beiden ja wieder aufeinander. Also: Es gibt einen "letzten" Zweikampf zwischen Darth Vader und Obi–Wan, der sich seiner Macht–Kräfte erinnert, weil er an die kleine Leia denkt, der er versprochen hat, dass sie sic

Puss in Boots: The Last Wish – Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch (Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-04 06:00:12 · Weitere Artikel dieses Blogs

Puss in Boots (gesprochen von Antonio Banderas) ist an einem Wendepunkt in seinem Leben angekommen. Er hat bereits acht seiner neun Leben verbraucht und sein Doktor rät ihm deshalb, das Leben als Held hinter sich zu lassen. Zunächst lacht er noch darüber, doch als der Tod in Form eines Wolfes ihn mit Leichtigkeit besiegt und beinahe umbringt, ergreift Puss die Flucht und versteckt sich. Erst als Goldilocks (gesprochen von Florence Pugh) und ihre Bärenfamilie auftauchen, erwacht er aus seiner Lethargie.Er begibt sich daraufhin mit seinem neuen Freund Perrito auf die Suche nach einer Landkarte, die ihm zum sogenannten Wishing Star bringen soll, der ihm den Wunsch seine verflossenen Leben wieder zu bekommen, helfen kann. Gleich zu Beginn trifft er dabei auf sein größtes Problem in Form von Kitty Softpaws (gesprochen von Salma Hayek), die er vor Jahren vor dem Altar stehen lassen hat und die deshalb nicht allzu gut auf ihn zu sprechen ist Bereits im Jahr 2011 kam Der gestiefelte Kater – seines Zeichens ein Ableger des Shrek–Franchise – ins Kino und schon wenige Zeit später, wurde an einer Fortsetzung gearbeitet. Etliche Verzögerungen und über zehn Jahre später, erblickte dieser zweite Teil Ende 2022 nun endlich das Licht der Kinowelt und wurde zum zweiterfolgreichsten Animationsfilm des Jahres. Regie führten Joel Crawford (The Croods) und Januel Mercado (The Lego Movie 2) und der Stil ist an "Spider–Man: Into the Spider–Verse" angelehnt.Ich bin ja in letzter Zeit etwas eingeschlafen, was das Anschauen von Animationsfilmen angeht, aber wow, hat sich das Warten hier gelohnt. Ich fange gleich mal mit dem "Schein"–Part an, der bereits erwähnten Optik. Diese fließenden Übergänge zu bewegten Bildern, die wie aus einem Bilderbuch wirken, erzeugen ein unheimlich frisches Gefühl beim Betrachten. Alles ist extrem lebendig, die Bilder tanzen einem sozusagen rund um den Kopf herum.Puss ist ja ein Charakter, der mit einem Bein den Shrek–Humor widerspiegelt, mit dem anderen fest im "Spaghetti–Western" Genre verhaftet ist. Beide Seiten ergänzen sich hier wieder mal nahtlos und perfekt. Damit komme ich zum "Sein"–Part und das Thema ist im Grunde ausgesprochen erwachsen für einen "Kinderfilm" (wobei ich auch ganz klar herausstreichen möchte, dass dieser Film 100 prozentig in die Kategorie "für die ganze Familie" fällt, da sich jeder hier etwas herausnehmen kann bzw. alt und und jung verschiedene Schwerpunkte haben werden, was sie am Besten finden.Es geht um die allgemein gültige Wahrheit, dass man sich früher oder später mit dem Tod beschäftigen muss. Zusätzlich geht es darum, wie man damit aufhören kann, ein Held zu sein. Sozusagen ist dies das Pendant zu Logan, nur eben für ein jüngeres Publikum. Dabei werden ganz ohne eine typisch moderne Agenda, einige Botschaften vermittelt, die ganz schön zeigen, wie wir Menschlein funktionieren. Vielleicht kann man ja mit diesem wiederaufgefrischten Wissen, diesem Verhalten etwas entgegen wirken.Angelehnt an die Märchen der Brüder Grimm, wäre da zunächst mal die Mechanik die Charaktere in die Dunkelheit zu führen, damit sie das Licht wieder mehr zu schätzen wissen. Auch ein Motiv ist etwas zu suchen, was einem Erfüllung bringt, obwohl man die Lösung doch schon längst vor der Nase hat. Also nicht immer in die Ferne schauen, oft ist das Glück sehr nah. Die Welt ganz ohne Zynismus, durch die Augen eines Kindes zu beobachten, eine eigene Figur kommt hier vor, um uns das zu vermitteln. Selbstlosigkeit macht einfach glücklicher (weniger einsam) als Egoismus.Hinzu kommen dann noch – ich habe ihn natürlich in der OV gesehen – die sehr gut aufgelegten und motivierten Sprecher. Antonio Banderas (Gun Shy) ist sowieso der perfekte Puss und mit Salma Hayek (Everly) als Kitty Softpaws, hat er scho

NieR: Replicant Vers.1.22474487139 (Game–Review)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-03-02 05:00:11 · Weitere Artikel dieses Blogs

Die Krankheit ist bekannt. Sie ist der Grund dafür, dass es nur noch so wenige Menschen gibt: Black Scrawl. Husten, Schwäche und später erscheinen komische Zeichen auf der Haut. Dann dauert es nicht mehr lange und da Leiden hat ein Ende. Auch Yonah hat diese Krankheit. Und ihr Bruder versucht alles, um sie zu heilen und vor dem Tod zu bewahren. Das bedeutet, er ist viel unterwegs, während sie krank zuhause das Bett hütet. Natürlich Stoff für Konflikte.Während der Suche nach einer Heilung stößt der Bruder auf ein seltsames Buch. Es kann sprechen. Es kann fliegen. Es hat magische Fähigkeiten. Und ist ein bisschen arrogant. Zumindest am Anfang. Der Name des Dings: Grimoire Weiss. Und es ist nun der Begleiter des Bruders.In der namenlosen Stadt, in welcher die beiden wohnen, gibt es auch die Zwillingsschwestern Popola und Devola. Die eine trinkt und singt gern. Die andere ist so etwas wie die Bürgermeisterin und belesen. Auch sie wollen, dass Yonahs Zustand sich bessert und sie stehen mit Rat und Tat zur Seite.Der erste Schritt? Die magischen Fähigkeiten von Grimoire Weiss wieder herstellen, denn vielleicht kann seine Zauberkunst ja helfen. Dazu zieht man gemeinsam übers Land und sammelt verloren gegangene "Verse", also Teile von Grimoire Weiss. Die meisten davon verstecken sich in Schatten bzw. Shades. Das sind seltsame, schattenhafte Wesen, die damals ziemlich zeitgleich mit der Krankheit auftauchten und eine Bedrohung für sich. Und sie kommen immer näher an die Städte heran Die Beschreibung der Handlung von "Nier Replicant" ist etwas schwierig, denn üblicherweise liest man, dass ein Bruder nach einer Heilung für seine kranke Schwester sucht und deshalb über das Land zieht, Gefährt:innen kennenlernt und sich so eine Geschichte über Liebe, Verlust und Hoffnung entfaltet, die epischen Ausmaßes ist. Und ja, was soll ich sagen: Das stimmt grundsätzlich. Aber auch sowas von überhaupt nicht. Denn, nun, ja, es stimmt. Da ist ein Bruder. aber nun. Und ja, die Schwester ist krank. Das ist an sich schon richtig. Allerdings hm. Und ja, es gibt die Suche nach einem Heilmittel, klar. Die ist ja der Antrieb für alles. Aber genau genommen *seufz*.Jeden einzelnen dieser Sätze kann man nehmen und er ist gleichzeitig wahr und nicht wahr. Das macht es schwierig, weil ich in keiner Weise spoilern will, denn das Beste – mit Abstand – was Nier Replicant zu bieten hat, ist seine Story und seine Charaktere. Da jetzt zu viel zu verraten könnte einiges an Spaß kosten. Deshalb werde ich auch weiterhin wirklich vage bleiben (müssen). Nochmals kurz zu den Story–Aussagen weiter oben: Vermutlich beschreibt es die Situation am besten, wenn ich es so formuliere: Ja, es gibt einen Bruder und eine Schwester, es gibt die Suche nach einem Heilmittel, es gibt schattenhafte Wesen und Magie – aber nichts davon in einer Art und Weise bzw. in einer Bedeutung, wie ihr es erwartet. So. Mehr kann ich jetzt nicht sagen/schreiben, ohne in gefährliches Spoiler–Territorium zu springen, also mache ich hier soweit mal einen Punkt. Letzte Anmerkung: Die Story ist großartig. Also einen Schritt zur Seite, nachdem wir das ja – nun, äh – geklärt haben. "Nier Replicant" ist in dieser Version eine upgedatete Version eines Spiels, welches bei uns schlicht "Nier" hieß. Nier deshalb, weil der Hauptcharakter eben diesen Namen trug. Angeblich. Ich hab’s nie gespielt. In der aktuellen Version dürft ihr dem Bruder, den ihr spielt, einen eigenen Namen geben. Das wird sogar später bzw. viel später nochmals wichtig. Aber das nur am Rande. Jedenfalls gab es das Spiel in zwei Versionen: In Japan spielte man als Bruder, in Europa und den USA als Vater von Yonah. Warum? Weil, Gründe. Im Update (die Ziffernfolge im Titel ist die Wurzel aus 1,5) spielt man den Bruder. Passt meiner Ansicht nach auch weit besser zur Story. I

M3GAN (Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-02-28 06:00:39 · Weitere Artikel dieses Blogs

Seit Cady (Violet McGraw) bei einem Autounfall ihre Eltern verloren hat, lebt sie bei ihrer Tante Gemma (Allison Williams). Diese ist Robotikingenieurin in einer Spielzeugfirma, lebt für ihren Job und ist mit der privaten Situation überfordert bzw. kann sie Cady nicht aus ihrem verständlichen Tief heraus holen. Gerade arbeitet sie an einem neuen Modell einer lebensechten Puppe und dabei kommt ihr eine Idee. Gemma wird M3gan – so die abgekürzte Bezeichnung aka der Name der Puppe – einfach an Cady testen. Schon bald freunden sich die beiden an, das junge Mädchen öffnet sich und hat wieder Freude am Leben. Was zunächst wie ein gelungenes Experiment wirkt und Gemma auch in ihrer Firma weiterbringt, entwickelt sich schon bald zu einem Alptraum. M3gan hat nämlich eigene Vorstellungen wie weit sie gehen kann, um Cady vor Schaden jeglicher Art zu bewahrenZuletzt war James Wan bei Malignant ja wieder selbst als Regisseur in seinem Lieblings–Genre unterwegs, hier fungiert er als Produzent und hat zusätzlich die Geschichte hierfür beigesteuert. Regie führte erst zum zweiten Mal Gerard Johnstone (Housebound). Ursprünglich sollte der Film ab 18 Jahren freigegeben werden, doch die Produzenten bemerkten während den Dreharbeiten, dass sich ein PG13 (bei uns ist er ab 16 Jahren freigegeben) ausgehen würde, also haben sie einige Szenen neu gefilmt und dieses Rating für diesen Film als effektiver eingestuft.Warum der Film funktioniert, ist sowieso nicht die Gewalt, aber dafür muss ich jetzt noch mal schnell etwas ausholen. Hier sieht man Figuren und weiß sofort, wer sterben wird. Man weiß wie die Sache ausgeht, wer sich für wen entscheidet und auch der obligatorische Schlussgag ist klar. M3gan arbeitet nicht mit klassischer Krimi–Spannung, viel mehr ist es das typische Phänomen der Menschheit etwas zu tun, obwohl man genau weiß, dass es schlecht für einen ist.Warum habe ich denn ein Kind nur um dann Dinge (aka M3gan) zu entwickeln, die mir dann "alles" abnimmt, was doch eigentlich ich als Elternteil übernehmen sollte? Ein Kind will ich schon, aber keine Arbeit mit ihm/ihr oder Einschränkungen meiner Freizeit? Geht das bzw. soll das überhaupt gehen? Wie entwickelt sich dabei die Beziehung zwischen Eltern und Kind und wie wird dieses selbst agieren, wenn es erwachsen ist?Natürlich geht es im Film nur um die Tante–Nichte Beziehung und man kann das auch anders sehen, aber ich habe den Film mit einem Freund gesehen und unabhängig von mir hat er diesen selben Gedanken als am Stärksten erlebt. Zusätzlich kann das "Technik entwickelt sich ständig weiter und wendet sich am Ende immer gegen die Menschen" Prinzip (kurz das Terminator–Prinzip) noch so ausgelutscht sein, es passt einfach immer, wahrscheinlich weil es doch ziemlich nahe an der realen Wahrheit dran ist.M3gan selbst ist dann unheimlich und faszinierend zugleich, was immer eine gute Kombination für einen Gegenspieler ist. Bezeichnend ist, dass ich sie in netten Szenen, wenn sie ihre Bindung zu Cady aufbaut und verstärkt, noch viel unangenehmer erlebt habe, als in aggressiven Augenblicken. Bei den Effekten gibt es nichts zu beanstanden und auch die Morde sind zwar eben nicht blutig, aber schnell und effektiv und nicht ohne scheinbar integrierten, bösartigen Spieltrieb der Mörderpuppe inklusive.Schauspieltalent liegt ja öfters auch in der Familie, was wohl das Können der erst elfjährigen Violet McGraw (Black Widow) erklärt. Die drei Jahre ältere Madeleine McGraw ist nämlich ihre Schwester und die war richtig großartig in The Black Phone. Allison Williams (The Perfection) als Gemma ist ebenso vollkommen authentisch als Arbeitsmensch und Wissenschaftlerin, die ihre sozialen Fähigkeiten bisher nicht wirklich als Priorität eingestuft hat.Man weiß also was los sein wird, dennoch macht es Spaß und wird nie langweilig. Wer Inn

The Boys: Staffel 3 (Serienkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-02-25 05:00:28 · Weitere Artikel dieses Blogs

Seine Geliebte ist offiziell tot und jene, die ihn betrogen haben, muss er im Fernsehen nach dem Mund reden. Homelander (Antony Starr) hatte wahrlich schon bessere Zeiten hinter sich. Sein Sohn ist versteckt und wird vor ihm geheim gehalten. Langsam, aber sicher, bricht etwas in ihm und seine Wut und seine Kompromisslosigkeit zeigen sich immer öfter auch im Scheinwerferlicht der Medien.Währenddessen bemüht sich Butcher (Karl Urban) mit den den Boys ein halbwegs normales Leben zu führen. Was im Grunde genommen bedeutet, dass sie irre "Superhelden" aufhalten und einbuchten. Alles offiziell. Alles im Auftrag der Regierung. Nur M.M. (Laz Alonso) ist raus. Er hat wieder Kontakt zu seiner Familie und will diesen auch beibehalten. Vor allem mit seiner Tochter. Aber MM hat ein Problem, ein Trauma. Und dieses Trauma hat zu tun mit einem alten, totgeglaubten Superhelden der ersten Stunde: Soldier Boy (Jensen Ackles). Dumm nur, dass Butcher auf der Suche nach einem Weg um Homelander aus dem Verkehr zu ziehen genau diesen aus einem ewigen Koma aufweckt. Und das ist noch lang nicht alles, immerhin arbeitet Hughie (Jack Quaid) jetzt für die Regierung und Annie (Erin Moriarty) bzw. Starlight ist immer noch Teil der "Seven". Was soll man über eine Serie sagen, die in der dritten Staffel mit einem Superhelden beginnt, der sich auf Minimalgröße verkleinern kann und der dies auch macht. Er macht sich so klein, dass er in die Samenleiter seines Geliebten reingehen(!) kann und ihn dort erregend streichelt. Dumm nur, dass er voller Kokain ist und deshalb mehrmals niesen muss. Und noch viel dümmer, dass das letzte Niesen ihn dazu bringt, sich in der aktuellen Position (siehe oben) auf seine normale Größe aufzublasen. Das Ergebnis? Eine Mischung aus Eingeweiden, Blut und – sind wir ehrlich – ganz viel Ekel.Und ja, das ist die allererste Szene in der dritten Staffel von "The Boys". Das wirklich schräge daran ist, dass es nicht die ekeligste Szene der dritten Staffel ist. Da gibt es noch ganz andere Kaliber. So zum Beispiel das "Herogasm". Ein Ort und eine Zeit, an welcher sich Super"helden" treffen, um dort nun, ihrer Triebe zu fröhnen. Und das ist etwas, was ich tatsächlich niemals sehen wollte, allerdings – und auch das muss ich den Machern zugute halten – wird nie mehr gezeigt als notwendig ist, um den Witz und den Irrsinn zu verstehen (und ja, das ganze ist ein Witz, genau wie die ganze Serie an sich ein Witz ist). Aber – und das ist erneut das geniale an den Macher:innen – diese Staffel ist auch jene mit den absolut emotionalsten Momenten der gesamten Serie bis jetzt. Es gibt so viele Momente – gerade jene mit Butcher – die ich so nicht kommen gesehen hatte und die wirklich – wie ich finde – den richtigen Ton und den richtigen Moment finden, dass es fast nicht zu glauben ist. Wenn man diesen Typen, den man ja schon fast nicht mehr als sympathisches A****loch, sondern nur noch als A****loch bezeichnen kann, dermaßen vermenschlichen kann, dann hat man schon was auf dem Kasten.Nun, die Frage bei Butcher ist halt immer, ob er auch was daraus lernt oder nicht, nicht wahr? Aber okay. Das sei jetzt mal dahingestellt.Was mir an Staffel 3 auch wunderbar gefallen hat, war in zwei Worten: Jensen Ackles. Ja, ich fand ihn schon bei Supernatural super, muss aber auch sagen, dass er hier nochmals in einer eigenen Liga spielt. Die Kaltschnäuzigkeit mit welcher er hier agiert – das ist schon richtig, richtig cool. Oh – und noch eine Sache, die ich in dieser Staffel cool fand: Das temporäre V, welches normalen Menschen Superkräfte gibt und die Tatsache, dass Butcher nicht merkt, dass er langsam zu dem wird, was er hasst. Das passt einfach. Und auch, wie Hughie da mit hineingezogen wird und überhaupt – die Interaktionen der Charaktere untereinander, die Verzahnungen, die Vergangenheit(en) und in Summe ach. Wer hier bei Staffel 3 angelangt ist, der i

Play Dead (2022 Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-02-23 06:00:44 · Weitere Artikel dieses Blogs

T.J. (Anthony Turpel) wollte das schnelle Geld machen, um seine Schwester Chloe (Bailee Madison) finanziell unterstützen zu können. Sein Plan als Fluchtwagenfahrer bei einem Raub eines Freundes zu fungieren, geht jedoch nach hinten los, der Freund stirbt und T.J. kommt gerade noch so davon. Keiner könnte ihm etwas nachweisen, wäre da nicht das Handy am Körper des Toten, wo man nachlesen kann, dass sie sich die Sache ausgemacht haben.Um sich das Handy zu holen, bevor es am nächsten Morgen an die Polizei übergeben wird, lässt sich die Kriminologiestudentin Chloe ein Medikament spritzen, um ihre Herzfrequenz zu senken, um als Drogentote durchzugehen. Als sie in der Leichenhalle wieder erwacht, macht sie sich auf die Suche nach den Beweisen, doch sie hat dabei nicht mit dem anwesenden Gerichtsmediziner (Jerry O’Connell) gerechnet, der hier eine sehr üble Sache am Laufen hatPatrick Lussier (Drive Angry) ist seit vielen Jahren innerhalb des Horror–Genres erfolgreich als Regisseur unterwegs, seit seinen Tagen als Cutter, z.b. für Wes Craven bei seinen ersten beiden Scream–Fortsetzungen. Nun ist er zurück mit einem Film, der sich schrecklich ernst nimmt, jedoch an einigen Stellen durchaus auch schwarzen Humor vertragen hätte bzw. bei manchen Sprüchen, hätte übertriebener Wahnsinn in der Performance nicht geschadet.Es folgen Spoiler, obwohl das nicht wirklich welche sind, wenn man den Trailer gesehen hat. Über Logik oder wie realistisch dieses Szenario ist, damit fange ich wieder mal lieber erst gar nicht an. Über weite Strecken ist dies ein immer wieder spannendes Katz und Maus Spiel, bei dem Chloe durch die Leichenhalle schleicht, versucht die Beweise zu finden und sich vor dem Gerichtsmediziner zu verstecken oder vor ihm zu flüchten.Wenn genau dieser dann seine Motive erklärt (abgesehen von Geld versteht sich), dann spricht er darüber derart trocken und kalt, dass es einfach nur abstossend und zynisch ist. Organe denen entnehmen, die ihr Leben verschwenden, keine produktiven Mitglieder in der Gesellschaft sind. Sie dann der Organmafia überreichen, die dann "würdigere" Träger der Organe findet aka Leute, die zahlen dafür. Wie der werte Herr Mediziner sich als Heilung für die Krankheit der Gesellschaft sieht, da ist schon klar Irrsinn in seinem Gedankengut inklusive der völligen Abwesenheit jeglicher Moral. Gespielt ist das nicht schlecht, aber das so nüchtern zu bringen, ohne jegliche Selbstreflexion (weil er wohl glaubt drüber zu stehen), das hat mich irgendwie aus dem Geschehen hinaus geschmissen, statt mich zu involvieren.Selbst was die blutigen Szenen betrifft, hält sich der Film das Setting betreffend, einigermaßen zurück. Natürlich wird die eine oder andere Person aufgeschnitten und Organe werden entfernt, doch das hält sich sehr im Hintergrund. Dafür ist das Finale schön überdreht, inklusive Jekyll und Hyde Referenz, weil der Mediziner ja außen vornehm ist und lächelt, innerlich aber ein eiskaltes Monster ist.Bailee Madison (The Strangers: Prey at Night) spielt großteils fein und ihre Chloe ist eine interessante Figur, von außen betrachtet wirkt sie vielleicht privilegiert, doch sie hat sich alles im Leben erkämpft und handelt hier ausschließlich aus Liebe zu ihrem Bruder. Dass nicht alles was sie sagt rüberkommt, liegt dann eher am Drehbuch, als an ihrem Können. Jerry O’Connell (Satanic Panic) als Gerichtsmediziner ist von seinen wiederholten Bewegungen (der Schlüsselbund) unheimlich und von seiner Ausstrahlung her bedrohlich, aber wie bereits erwähnt, ich finde etwas mehr "Cage–Rage" (danke Nicolas) hätte seiner Rolle nicht geschadet.Das Ende ist moralisch bedenklich und soll hoffentlich keine Aufforderung sein, den leichten Weg im Leben zu nehmen, passt aber insgesamt in den schwarzen/gräulichen Bereich, mit dem die Protagonisten hier ih

Black Panther: Wakanda Forever (Filmkritik)

Darkagent | Im Auftrag der guten Unterhaltung · 2023-02-21 05:00:53 · Weitere Artikel dieses Blogs

T’Challa (Chadwick Boseman) ist tot. Sein Verlust zerreisst Wakanda fast. Die Königin Ramonda (Angela Bassett) trauert. Seine Schwester Shuri (Letita Wright) trauert. Seine Freundin Nakia (Lupita Nyong’o) trauert und hat Wakanda verlassen. Eines Tages taucht ein Fremder namens Namor (Tenoch Huerta) auf. Er kommt aus eine Königreich unter Wasser und er hat ein Problem: Denn außer in Wakanda gibt es Vibranium nur noch bei ihnen. Und jemand hat eine Gerät gebaut, welches Vibranium aufspüren kann. Er stellt ein Ultimatum: Entweder finden Ramondo und ihre Leute die Wissenschaftlerin, welche diese Geräte gebaut hat und bringen sie zu ihm oder er kommt mit einer Armee zurück und zerstört Wakanda.Das kommt natürlich nicht Frage. Vor allem nicht, als sich herausstellt, dass diese Wissenschaftlerin ein Genie im Ausmaß eines Tony Stark ist aber es ändert nichts daran: Der Black Panther ist tot. Wakanda hat keinen Beschützer mehr. Also, was sollen sie tun?Es ist soweit. Marvel ist auf dem DC–Niveau angekommen. Wer denkt, dass ich mich da jetzt vertippt habe, irrt. Denn es ist tatsächlich so. "Wakanda Forever" ist das Marvel–Gegenstück zu "WW84". Das meine ich ernst. Dieser Film ist einfach unglaublich einfallslos, schlecht geschrieben und schafft es sogar, dass an sich gute Schauspieler:innen tatsächlich nicht wirklich gut spielen.Das beginnt bei aufgesetzten Witzen, die einfach nicht ziehen, geht weiter über Dialoge für die man das Wort "Fremdschämen" erfinden müsste und endet leider auch nicht bei einer Storyline, die einerseits alles mögliche kopiert und andererseits daran scheitert, diese Teile zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzufügen.Es gibt einen Film, der richtig gut ist unter dieser Aneinanderreihung von dummen Szenen. Die Idee, dass sich andere Staaten das Vibranium aneignen wollen und vor nichts zurückschrecken um das zu tun ist gut. Die Implikationen dahinter hätten es verdient, näher erforscht zu werden. Das passiert aber nicht, sondern es wird als Hintergrund für eine Pseudo–Außenseiter–Geschichte verwendet, die sich noch dazu zieht wie ausgelutschter Kaugummi. Mein Hauptproblem mit dem Film ist tatsächlich, dass ich keine Figur finde, keine einzige, für ich irgendwie etwas empfinde. Alle sind cool. Alle sind traurig. Es spielen sich Dramen zwischen diesen Personen ab, aber die sind mir die gesamte Zeit über völlig egal. Dazu kommt, dass neue Figuren eingeführt werden, die wichtig für die Handlung sind, dies aber absolut stümperhaft passiert.Ein Beispiel: Die junge und geniale Wissenschaftlerin Riri (Dominique Thorne) wird von ihrer "Mentorin" in ihrem Wohnzimmer aufgesucht und es gibt ein mehr oder weniger Rekrutierungsgespräch. Das kennt man aus "Civil War" zwischen Tony Stark und Peter Parker. Der Unterschied ist, dass es in "Civil War" funktioniert und hier nicht. Nämlich so überhaupt nicht. Die Szene ist einfach in Summe nur peinlich. Ich denke mal, dass sie am Papier funktioniert hat, aber die Inszenierung und das Timing der Dialoge, die Betonung (im englischen Original) als auch die Gesten wie gesagt: Ich verstehe, was die Absicht war, aber es passt einfach nicht. Und das zieht sich durch den Film.Auch die Charakterentwicklungen – man merkt sofort, was die Idee dahinter ist – aber sie lassen völlig kalt. So zum Beispiel Shuri, die den alten Ritualen abgeschworen hat und die Lösung in der Technik sucht – bis sie eben einsieht, was Sache ist und ihre Wandlung passiert. Aber das alles dauert so lange und passiert fast nebenbei und vor allem – es ist so unglaublich egal.Ich kann nur wiederholen: Da steckt ein guter Film drin. Er kommt nur nie heraus. Und von den 163 Minuten hätte man gut und gerne 73 herausschneiden können. Vielleicht wäre er dann besser geworden.Das ist halt das Problem, wenn man ei